Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ)

Seit 2009 ist das Albrecht-Weinberg-Gymnasium Rhauderfehn in Kombination mit dem Förderverein „Freunde und Förderer des Gymnasiums Rhauderfehn e.V.“ anerkannt als Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ). Seitdem haben rund 25 junge Menschen, darunter zwei aus Russland und ein junge Frau aus Norwegen ihr FÖJ bei uns abgeleistet.

Diese jungen Menschen haben größtenteils ein Jahr in Rhauderfehn verbracht und haben am Gymnasium, aber auch an den benachbarten Schulen Unterstützungsarbeit geleistet. Sie haben unter anderem AGs angeboten, Sportturniere organisiert, in der Bibliothek mitgearbeitet, eine Kräuterschnecke gebaut, bei der Pausengestaltung mitgeholfen und ökologische Projekte mit angeschoben. In dieser Zeit haben sie sich selbst weiter entwickelt und gleichzeitig die Schulgemeinschaft bereichert.

Gemeinsam mit anderen Freiwilligen, die im Rahmen des European Voluntary Service oder im sozialen Jahr an der Schule tätig sind, wohnen sie in der Regel in einer Wohngemeinschaftin direkter Nachbarschaft zum Schulzentrum; die ehemalige Hausmeister-Wohnung hat der Landkreis Leer dem Förderverein freundlicherweise zu günstigen Bedingungen überlassen.

Hier gibt es Informationen rundum den Freiwilligendienst im Allgemeinen und die Einsatzstelle der „Freunde und Förderer des Albrecht-Weinberg-Gymnasiums e.V.“.

In diesem Jahr machen Chiara Stohlmann aus Osnabrück  und Kiona Ronnewinkel aus Walsrode ihr FÖJ bei uns.

Ansprechpartnerinnen sind Frau Focken vom Förderverein (foerderverein@gymnasium-rhauderfehn.de) sowie Frau Janssen (ulrike.janssen@gymnasium-rhauderfehn.eu).

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Chiara und Kiona haben ein Interview über ihr FÖJ geführt:

Frage: Wer bist du und wo kommst du her?
 
Kiona: Ich bin Kiona. Ich komme aus Walsrode- mit dem Vogelpark.
Chiara: Ich bin Chiara und komme aus Osnabrück.
 
Frage: Was machst du hier?
 
Chiara: Ich mache ein FÖJ am Gymnasium Rhauderfehn und im Jugendcafé Rhauderfehn, weil ich mir nicht zugetraut habe, direkt in die „richtige“ Arbeitswelt mit Studium oder Ausbildung zu starten.
Kiona: Das ist eine gute Frage (lacht). Ich wusste noch nicht, was ich machen will, nach der Schule. Ich bin hier zufällig reingeraten, weil andere Stellen mir abgesagt haben, aber im Endeffekt gefällt es mir hier extrem gut! Ich liebe es, dass wir hier so viel machen können und freie Hand haben.
 
Frage: Was genau ist ein FÖJ?
 
Kiona: Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Das kann man in verschiedenen Bereichen machen. Das ist im Prinzip ein Überbrückungsjahr, in dem man sich freiwillig engagiert und dafür einen kleinen Lohn bekommt.
 
Frage: Was gefällt euch bisher gut an der Schule?
 
Chiara: Uns wird hier freie Hand gelassen. Wir können eigene Ideen für Projekte entwickeln und umsetzen und stoßen eigentlich immer auf positive Resonanz von den Lehrkräften. Außerdem ist diese Schule, verglichen mit meiner alten Schule, extrem modern (lacht).
 
Frage: An einer Schule gibt es ja extrem viele Menschen: Schüler, Lehrer, Hausmeister, Referendare und so weiter. Wie behaltet ihr da den Überblick?
 
Kiona: Tut man nicht (lacht)! Wir haben anfangs eine Rallye durch Rhauderfehn mit ein paar Lehrern gemacht und dadurch erste Kontakte knüpfen können. Außerdem habe ich für uns Plakate gemalt, auf denen wir uns vorgestellt haben und diese haben wir im Lehrerzimmer aufgehängt. Ansonsten melden sich Lehrer halt bei uns, wenn sie was von uns wollen, und so lernt man die auch kennen. Manchmal wird man aber such einfach angequatscht und fragt sich hinterher „Wer war das denn jetzt??“ (lacht).
 
Frage: Und Schüler?
 
Chiara: Wir haben bisher am meisten mit den 5. und 6. Klassen zutun, wegen der Pausenspiele, aber vielleicht lernt man ja auch noch ältere Schüler kennen, das wäre jedenfalls cool.
 
Frage: Pausenspiele?
 
Kiona: Das ist ein Angebot, wo sich in der 1. großen Pause die 5. Klassen und in der 2. Pause die 6. Klassen Spielgeräte ausleihen können. Wir haben einen kleinen Bauwagen, worin sich Fußbälle, Federballschläger, Stelzen, etc. befinden.
Chiara: Und natürlich die Hausspinnen Ralf und Rolf!!
 
Frage: Und nachmittags seid ihr im Jugendcafé?
 
Chiara: Genau. Wir verkaufen da für wenig Geld Speisen und Getränke an die Jugendlichen und spielen mit denen.
 
Frage: Was kann man denn da so spielen?
 
Kiona: Alles. Wir haben eine Switch, Playstation, Tischkicker, AirHockey, Tischtennis, Billard, einfach alles. Und alles, was wir nicht haben, wird von Timo bereitwillig direkt gekauft.
 
Frage: Was gefällt euch daran am besten?
 
Chiara: Mir gefällt, dass wir ein so großes Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Es wird nicht langweilig. Und natürlich die Ferienpass-Aktionen.
 
Frage: Ihr organisiert Ferienpassaktionen?
 
Kiona: Ja. Wenn wir Ideen haben, dann tischen wir die Timo auf und dann gucken wir, was wir wie umsetzen können. Wir hatten schon Girlsdays, Ausflüge zum Lasertag, im Herbst folgt jetzt ein Upcyclingtag und eine Halloweenparty, es ist alles möglich.
 
Frage: Wo wohnt ihr denn im Moment?
 
Chiara: Wir haben vom Förderverein eine Wohnung direkt an der Schule gestellt bekommen. Da ist eigentlich Platz für 5 Leute, wir sind aber nur zu zweit, also können wir uns da richtig ausbreiten (lacht).
 
Frage: Gefällt euch das WG-Leben?
 
Kiona: Es sind natürlich neue Herausforderungen mit dem Haushalt und so, aber zu zweit kriegt man das gewuppt. Auch wenn man manchmal ratlos vor den Spülmaschinenprogrammen steht…
 
Frage: War es schwer, von Zuhause weg zu ziehen?
 
Chiara: Anfangs war ich total aufgeregt und hab mich total gefreut mal auf eigenen Beinen zu stehen, aber eigentlich kam bei mir ziemlich schnell die Erkenntnis, dass es bei Mama auch ganz nett ist. Aber wir wohnen ja nicht all zu weit von daheim weg, knapp 2 Stunden, deshalb kann ich wochenends Heim fahren, wenn mir danach ist.
 
Frage: Ihr arbeitet zusammen und wohnt zusammen, macht also 24/7 was zusammen, nervt euch das nicht?
 
Kiona: Naja, man kann sich ja in der Wohnung aus dem Weg gehen, dafür ist sie groß genug. Also, bisher geht es noch (lacht).
 
Frage: Was ist denn das Beste am WG-Leben?
 
Chiara: Uff, ich liebe es, dass Kiona pfannkuchensüchtig ist und regelmäßig welche für mich über bleiben. Und außerdem ist man halt nie einsam. Man kann immer was zusammen machen, wenn man will.
 
Frage: Was ist das Schlimmste?
 
Kiona: Die Eigenständigkeit ist Fluch und Segen. Das Schlimmste ist Rasenmähen. Da wird auch gerne vorher heftig diskutiert, bevor sich jemand von uns erbarmt, den Rasenmäher anzuschmeißen.
 
Frage: würdet ihr bisher ein FÖJ, vor allem in Rhauderfehn empfehlen?
 
Chiara: Ich denke schon, ja. Es ist hier halt sehr ländlich. Wenn man das mag, ist die Einsatzstelle wirklich perfekt. Und ein FÖJ allgemein ist halt super, wenn man noch etwas Zeit braucht, bevor man eine berufliche Karriere startet. Ich würde es jedem empfehlen!
Kiona: Auf jeeeden Fall!
 
Frage: Danke für eure Zeit.
 
Chiara: Bitte bitte.
Kiona: Gerne doch!